Das Haus der Temperamente
 

Das Haus der Temperamente - eine "temperamentvolle" Komödie

 
In der Komödie "Das Haus der Temperamente" frei nach Johann Nestroy prallen in vier Biedermann-Familien ungezügelte Choleriker, schlafwandlerische Phlegmatiker, furchtbar gut gelaunte Sanguiniker und zutiefst erschütterte Melancholiker mit voller Wucht aufeinander.

Vier Biedermann-Familien mit unterschiedlichen Temperamenten - die cholerische Familie Braus, die melancholische Familie Trüb, die phlegmatische Familie Fad und die sanguinische Familie Froh - wohnen gemeinsam in einem Haus. Während die verwitweten Väter ihre Töchter mit den eigenen Jugendfreunden verheiraten wollen, haben die Mädchen sich bereits selbst ihre zukünftigen Ehemänner ausgesucht – die Söhne der Nachbarsfamilie. Weitere Verwirrung stiftet der intrigante Friseur Schlankel, der dem dumpen Schuhputzer Hutzputz die bezahlten Liebesbotendienste neidet. Damit ist das Chaos vorprogrammiert. Glücklicherweise führen die allgemeinen Verwirrungen doch noch zu einem guten Ende.
 
Kleine Temperamentskunde

Die Viersäftelehre oder Humoralpathologie wurde um 400 v. Chr. von den Hippokratikern in Anlehnung an die Elementenlehre des Empedokles entwickelt. Als Lebensträger (Kardinalsäfte) im Körper nahm man gelbe (Chole) und schwarze Galle (Melanchole), Blut (Sanguis) und Schleim (Phlegma) an. Daraus ergaben sich die vier Temperamente, denen die vier Elemente und Eigenschaften zugeordnet wurden: Choleriker (Element Feuer) sind demnach heißblütig und erregbar, Melancholiker (Erde) schwermütig, pessimistisch, Phlegmatiker (Wasser) schwerfällig, gleichmütig und Sanguiniker (Luft) leichtblütig und optimistisch.
Menschen besitzen nach dieser Viersäftelehre eine individuelle Mischung der Humores mit ihren jeweiligen Eigenschaften. Falls eine Ausgewogenheit (Eukrasie) der Säfte fehlt, treten Krankheiten auf.

Dieses Modell für allgemeine Körpervorgänge sollte bis zur Aufklärung die Naturwissenschaften und die Medizin dominieren sowie auch die ersten Schritte der modernen Psychologie anstoßen.