2013 – Benefizkonzert 2013
 

Benefizkonzert – Ein echtes Erlebnis

5. April, Hasse-Aula
 
„Ich bin das erste Mal auf einem unserer Benefizkonzerte. Hätte ich das gewusst, ich hätte meinen halben Bekanntenkreis hierher geholt!“ begeisterte sich Bettina Meinert, Mutter an unserer Schule. Sie und viele andere auch schwärmten von der unglaublichen Vielfältigkeit dieses Abends. Zu Recht, denn das Benefizkonzert ist eine alljährlich von der 13. Klasse organisierte Musikveranstaltung, in der die Schüler der Oberstufe eigene Darbietungen präsentieren, teilweise unterstützt von den Musiklehrern. Daraus resultiert, dass es hier zu einem bunten Mix aus U- und E-Musik kommt, darunter einige Eigenkompositionen. Netter Nebeneffekt ist, dass die Einnahmen immer einer Aktion gespendet werden, die die Schüler sich aussuchen. Dieses Jahr gingen die Spenden an „Music helps“, eine Bergedorfer Initiative, die unter anderem sozial schwache Familien unterstützt.
 
Perfekt in Gestik und Sprache (ohne Mikro übrigens) führten Rosa Trox und Frieda Mauruschat durch den Abend. Gut, gelegentlich hätte es in anbetracht des vertrauten Publikums gerne auch weniger förmlich sein dürfen, aber, ich sage mal, für die Moderation bei der Verleihung des „Bambi“ hätte es alle Mal gereicht. 
Das kommt dabei raus, wenn Kinder ab Klasse 1 monat(sfeier)lich auf der Bühne stehen. Sie werden da echte Profis.



 

 Das kunterbunte Programm sorgte für wirkliche Kurzweil: Die von Martin Sieveking mit der 12. Klasse einstudierte geografische Sprechfuge wirkte nicht nur sauber gesprochen, sondern auch richtig dynamisch im Vergleich zu dem, was man so auf youtube präsentiert bekommt. Die „Birdy“-Songs, authentisch gecovert von Maria Lachmann, wechselten mit einem schwungvollem „Hit the Road Jack!“, bei dem eigentlich nur die Hüte fehlten, weiter zu einer angejazzten Variante von Händels Passacaille, gespielt von Tobias Nitzbon, der kurz vor der Pause einen mit Carsten Gundlach erarbeiteten „AfroGroove“ präsentierte, weltmusikmäßig mit Percussionisten und Brass bepackt, in Altersstufen von klein bis groß, steigerte sich der rhythmische Song beinahe ekstatisch, was in südlicheren Gefilden die Leute nicht mehr auf ihren Stühlen gehalten hätte. Wahrlich grandios!



 

 Ich liebe die Mimik von Hanna Matthiessen. Natürlich auch ihr wunderbares Spiel auf der Violine. Wer sie bei „Hit the Road Jack“ bereits beobachtet hatte und ihre Mimik dann bei Oskar Riedings Violinensolo „Ungarische Weise“ verfolgt hat, weiß, wovon ich spreche. Da ist ausnahmsweise nicht nur Hören, sondern auch Hinsehen angebracht. Man kennt ihr technisch gutes Spiel, aber sie war, so formulierte es ein Vater, Stefan Gunzelmann,  wirklich durchdrungen von dem, was sie spielte.
Ebenso flink im Bogen und auf gutem Wege zur Meisterklasse war Laura Krämer, begleitet von Markus Kosel am Klavier in ihrem Violinenkonzert von Max Bruch. Obwohl ihre recht unkonventionelle Kleidung mit Jeans und Pulli ein wenig aus dem Rahmen fiel.
 
Scheinbar mühelos gespielte Bläserduos von Frieda Mauruschat und Lino Ernstorfer und Luise Land mit Lehrerin wechselten sich ganz selbstverständlich ab mit Choreinlagen und Eigenkompositionen, wie dem Song „Rainy Day“ des Gitarren- und Gesangs-Trios, bestehend aus Mina Keyhani, Paul Ropohl und Bentley Schmidt, um dessen Jahresarbeit es sich handelte. Eine wirklich gelungene Performance, nicht allein wegen des Songs, auch wegen des coolen Outfits in rot, weiß und schwarz.



 

 Es ist immer blöd, wenn es das eigene Kind ist, über das man schreiben „muss“, auslassen möchte ich sie aber auf keinen Fall. Mina Keyhanis Stimme hat Volumen und ein charakteristisches Timbre und ihren ebenfalls für eine Jahresarbeit komponierten „Song of life“ präsentierte sie solo am Flügel. Beeindruckend war, dass einige Sekunden vor dem Applaus ergriffene Stille herrschte.
 
Dass dieses Stück Konzentration erfordert, lag auf der Hand und zwar wörtlich. Mit Klanghölzern schlugen Schüler der 13. Klasse ein fünfstimmiges Stück von Steve Reich, dirigiert von Markus Kosel. Tatsächlich versetzte die durch die verschiedenen Hölzer mehrtönige und vielschichtig systematisierte Rhythmik mich in ein Stimmungsbild: „Regen auf Wellblechdach“.
 
Zur Abwechslung gab es auch mal Musik aus der Dose dafür mit einem wahrlich perfekten Tanzduett der Lorek-Schwestern, tolle Choreographie von Carolin Lorek, das keinerlei Unsicherheit bedurft hätte. Mit ein klein wenig mehr Selbstsicherheit und Körperspannung wäre dieser Auftritt sogar Preisverdächtig.
 
Die Rapsody No. 1 von Manfred Schmitz kam in Schwung und war eine tolle Kombi aus Klavier (Markus Kosel) Geige (Sarah Rothenbücher) und Schlagzeug (Bentley Schmidt).
 
Schöner Abschluss dann auch mit dem Earth Song von Michael Jackson, schon oft präsentiert auf vergangenen Schulveranstaltungen, darum liebe ich immer wieder den Moment, wenn gegen Ende die Falsettstimmen der Tenöre die „what about“-Sätze einwerfen!
Insgesamt ein wirklich gelungener Abend, der darum auch gute Einnahmen brachte, und von dem ich finde, dass sich einige Stücke auch auf unserem Elbjazz-Festival gut machen würden. Vielleicht sollte man darüber ja mal nachdenken. 
 
Ulrike Keyhani
 
 

Rainy day in voller HD-Auflösung auf: Vimeo.