2017 - Frankreichaustausch
 

Neuntklässler beim Schüleraustausch in Frankreich

 
 
 
 
In der letzten Märzwoche waren zehn Schüler und zwei Lehrerinnen, Alice David und Valérie Driancourt, aus dem bretonischen Lamballe zu Besuch an unserer Schule und in den Familien einiger Neuntklässler. Roch Hannecart, der auf deutscher Seite den Austausch organisiert hatte, und Frank Blume, führten ein kleines Besichtigungsprogramm mit den Gästen durch. Hamburg zeigte sich mit strahlendem Wetter dabei von seiner besten Seite. Ein Höhepunkt der Woche war ein Besuch im Schulmuseum auf St. Pauli, wo die französischen Schüler in einem originalgetreu nachgebauten Klassenzimmer aus der Zeit des wilhelminischen Kaiserreichs eine Schulstunde miterleben konnten.
 
Am Samstag, 1. April, fuhren dann alle gemeinsam, das heißt die Franzosen, 16 Neuntklässler unserer Schule, Frank Blume und Simone Schellhammer, mit dem Zug nach Lamballe. In Paris hatten wir eine Stunde Zeit, um vom Gare de l’Est durch die ganze Stadt zum Gare Montparnasse zu kommen. Da die Metrolinie, die die beiden Bahnhöfe verbindet, streckenweise wegen Bauarbeiten gesperrt war, liefen wir das Stück von der letzten Metrostation zum Gare Montparnasse im Laufschritt. So erwischten nicht nur unseren Anschlusszug, sondern erlebten  auch noch ein bisschen frühlingshaftes Paris. Nach insgesamt 12 Stunden Fahrzeit kamen wir spät abends in Lamballe, in der Nähe von Saint-Brieuc, an.
 
An der Schule Sacré Coeur wurden wir herzlich empfangen. Die Schule ist ein katholisches Collège mit 800 Schülern. Auf ein Collège geht man in Frankreich nach der fünfjährigen Grundschulzeit für vier Jahre, bevor man eventuell aufs Lycée wechselt. Der Unterricht findet dort  von 8 bis 16 Uhr statt, nur der Mittwochnachmittag ist frei. Die Atmosphäre glich in etwa einer Staatsschule hier in Deutschland. Die deutschen Schüler waren wiederum in Familien untergebracht und fühlten sich dort alle sehr wohl. Manche konnten sich davon überzeugen, dass Crêpes und Galettes tatsächlich auch im Alltag der Bretonen eine feste Größe sind.
 
Mit zwei Minibussen, die von Frank Blume und Simone Schellhammer gefahren wurden, machten wir Ausflüge nach St. Malo und zu der beeindruckenden Burg Fort La Latte, die gegenüber des Cap Fréhel an eine Steilküste gebaut wurde. Wir besichtigten einen Bauernhof, auf dem Cidre hergestellt wird, und an einem Vormittag besuchten wir den bunten Wochenmarkt von Lamballe. Am letzten Tag ging es zum Segeln nach Val André. Bei strahlender Sonne starteten wir mit zehn Katamaranen, auf denen je drei  Schüler saßen, von dem weitläufigen Strand ein Stück hinaus auf den Ärmelkanal. Neoprenanzüge schützten gegen das kalte Wasser und zwei Segellehrer in zwei Motorbooten hielten alle auf Kurs. Stolz und mit roten Wangen kamen wir zurück.
 
Früh um 6 Uhr trat die deutsche Gruppe schließlich nach einer Woche die Rückfahrt an. Diesmal hatten wir in Paris eineinhalb Stunden um umzusteigen, so dass erneut alles glatt lief. Alle Beteiligten empfanden die Zeit als enorm bereichernd und hoffen, dass auch im nächsten Jahr wieder ein solcher Austausch stattfinden kann.
                                                                 
                                                                                                              Simone Schellhammer
 
 
Bild oben: Smaragdküste des Départements  Côtes d’Armor.Schier uneinnehmbar thront die gut erhaltene Burg aus dem 13. Jahrhundert auf einer schmalen Landzunge.
 
Bild unten: Im Strandort Val André machten die deutschen und die französischen Schüler zusammen eine Stadt-Rallye. Zur Belohnung gab es eine Kiste voll Sonnenbrillen vom Tourismusbüro.