2014 – The Messiah
 

Bombastisch

 
Vier Jahre hatte es bis zu einem neuen großen Konzertprojekt unserer Schule gedauert. Zuletzt war es 2010 Jenkins „Armed Man“ unter der Leitung von Markus Kosel, diesmal der „Messias“. In anderthalb Jahren erarbeitete Martin Sieveking mit Schülern, Eltern, Lehrern und Profimusikern Ausschnitte aus der englischsprachigen Version von Händels Oratorium „Messiah“.
 
Wer Martin Sieveking als Musiklehrer unserer Schule kennt, weiß, dass der Funke seiner Leidenschaft auf jeden überspringt, der sich (zwangsweise) in seinem Bann befindet. Das war auch an diesem Abend weder zu überhören noch zu übersehen. Ein vom Klang wohl geformter Chor, der in einigen Parts (z. B.„Behold the Lamb“) vom Bass angenehm getragen wurde, eine unglaublich helle Strahlkraft durch den mehrfachen Sopraneinsatz der Fünftklassstimmen (besonders stark bei „Lift up your heads“) besaß und einfach voller Leidenschaft impulsierte, was beim gewaltigen „Surely...“ regelrecht Gänsehaut produzierte. Schöne Solostimmen und ein sauber klingendes mitgehendes Orchester rundeten das Konzert ab. Glasklar und schön auch das Trompetensolo zum Ende. Beim abschließenden Hallelujah dankten die Zuhörer es den Vortragenden, indem sie stehend lauschten. Es gibt eine Überlieferung, dass King Georg beim „Hallelujah“ vor Ergriffenheit aufgestanden sein und die Hand auf sein Herz gelegt haben soll. Das englische Publikum zollt dem noch heute auf diese Weise Tribut und hört Händels „Hallelujah“ im Stehen mit der Hand aufdem Herzen. 
Es ist letztendlich immer eine Herausforderung, dem Chor seine Vorstellungen von einem Stück so zu vermitteln, dass sich diese in Klang und Ausdruck wiederfinden. Das ist Martin Sieveking gemeinsam mit den hoch engagierten SängerInnen und Musikern an dem Abend überaus schön gelungen. Der anschließende jubelnde Applaus bestätigte das. 
 
Ulrike Keyhani