„Messiah“ - gewaltiges Finale mit Pauken und Trompeten
 

„Messiah“ - gewaltiges Finale mit Pauken und Trompeten

NL (Newsletter): Warum ein Konzert außer der Reihe? Warum ausgerechnet der Messiah?
Martin Sieveking: In diesem Jahr ist der Oberstufenchor mit sehr guten und sangesfreudigen Sängerinnen und Sängern besetzt. Allein deshalb wollte ich diese Schüler in den Genuss kommen lassen, einmal ein großes Werk aufzuführen mit allem, was dazu gehört. Das Stück hatte Herr Karnatz (jetziger Klassenlehrer der fünften Klasse, die Red.) bereits einmal vor 15 Jahren an unserer Schule inszeniert. Die Zeit ist reif, es erneut aufzuführen.

NL: Werden wir das gesamte Werk hören?
Martin Sieveking: Nein, aber es sind Höhepunkte aus dem Messiah zu einem dramatischen Ganzen zusammengefasst.
Das Werk besteht aus drei Teilen der Jesus-Geschichte: seiner Geburt, Tod und Auferstehung sowie den Auswirkungen seines Lebens und Schaffens.
Insgesamt sorgt ein ausgewogener Spannungsbogen für viel Abwechslung, es bleibt also durchgehend spannend. Thematischer Schwerpunkt ist die Auferstehung, das Trompetensolo in der Mitte der Aufführung setzt zum Beispiel das Signal zum „Sieg über den Tod“.
Mit die bekanntesten Chorstücke sind unter anderem „Surely“, von dem wir ja im Weihnachtskonzert schon mal einen Vorgeschmack geliefert haben, und das „Hallelujah“

NL: Wer macht alles mit?
Martin Sieveking: Der Chor besteht aus insgesamt 130 Sängern und setzt sich zusammen aus dem Oberstufenchor der Klassen 9 – 12, dem Projektchor mit Lehrern, Eltern und einigen Ehemaligen sowie einigen Schülern der Klasse 6a und der gesamten fünften Klasse, die mit ihren frischen Kinderstimmen einen Sopran-Part ganz allein singen werden.
Dann haben wir noch die Solisten Julia Barthe (Sopran), Andrea Krüger-Brüning (Alt), Joachim Duske (Tenor) und Lukas Anton (Bass), alles Profis, genau wie die 20 Orchestermusiker, das sind mehrere Streicher, einige Bläser, und der Paukist.

NL: Was ist das Besondere an Händel und seinem Werk „Messiah“?
Martin Sieveking: Sagen wir es mal so: Händel versteht es, seinen Werken mit Gestik und Ausdruck eine theatralische Dynamik zu geben. Ein gutes Beispiel ist  das Stück „All we like sheep“, das Händel so auskomponiert hat, dass der Chorgesang das intensive Gruppengefühl wie auch das Verirren und Zurückfinden einzelner Schafe eindeutig hörbar und damit erlebbar macht, wie in einem Theaterstück. Und das ist nur ein Beispiel.

Den Messiah hat Händel 1743 in einem Schaffensrausch innerhalb von nur drei Wochen komponiert. Das war nach seinem Kuraufenthalt, dem ein Schlaganfall vorausgegangen war. Dieses Werk stieß damals in England auf riesige Begeisterung. Es gibt eine Überlieferung, dass King Georg beim „Hallelujah“ vor Ergriffenheit aufgestanden ist und die Hand auf sein Herz gelegt haben soll. Das englische Publikum zollt dem noch heute Tribut und hört Händels „Hallelujah“ im Stehen.

NL: Eine schöne Geste.
Martin Sieveking: Ja. Aber das stellen wir jedem Zuhörer selbstverständlich am 25.6. frei. Eines kann ich versprechen: Es wird ein Genuss und ein Abschluss mit Pauken und Trompeten.

NL: Darauf freuen wir uns schon! Vielen Dank für das Gespräch.
(Das Interview führte Ulrike Keyhani)

Hier noch einmal die Fakten auf einen Blick:
Der Messiah wird am Mittwoch, den 25.6., um 19.00 Uhr in der Maria-Magdalenen-Kirche, Kirchenallee 1 in Reinbek, aufgeführt.
Insgesamt 400 Karten stehen zur Verfügung. Der Vorverkauf startet um Ostern. Die Karten werden im Schulbüro zum Preis von 15 Euro (Erwachsene) bzw. 8 Euro (ermäßigt) verkauft.