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Die Pflege der Sinne
Kleine Kinder können noch staunen. Alle ihre Sinne sind weit geöffnet. Nur so können sie ihre Umgebung kennenlernen. Deswegen brauchen die Kinder in dieser Zeit besonderen Schutz. Die Einflüsse der Umwelt sollten nicht zu zahlreich und zu stark sein. Sonst können die Kinder sie nur schwer verarbeiten. Dennoch soll das Kind kräftige Anreize bekommen, damit es wichtige und sinnvolle Erfahrungen machen kann. Die harmonische Gestaltung unserer Spielsachen, der Einrichtung, ja des ganzen Tagesablaufs bietet diesen Schutzraum, der zugleich zu Entfaltungen anregt und ermuntert. Folgende Sinnesbereiche sind uns dabei wichtig:
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Tastsinn |
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Naturmaterialien wie Holz, Steine oder Pflanzen vermitteln die Erfahrung der Solidität, der Verläßlichkeit und Echtheit. In Tastspielen, im Sandkasten, beim Backen, Kneten, Werken, Handarbeiten und beim Baden im Kastanienkorb entwickeln die Kinder einen Sinn für ihren eigenen Körper und für die Verschiedenheit von Stoffen und Materialien.
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Lebenssinn |
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Wir beziehen die Kinder auf spielerische Weise in alle Arbeits- und Lebenvorgänge mit ein. Kochen, Gartenarbeit, Tierefüttern, Aufräumen, oder z.B. das Miterleben des Jahreslaufes. Die körperlichen Lebensprozesse der Kinder werden so indirekt unterstützt, angeregt und wahrgenommen.
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Bewegungssinn |
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Durch zahlreiche Bewegungen draußen wie Klettern, Schaukeln, Seilspringen etc. und verschiedenste feinmotorische Bewegungen drinnen, schulen die Kinder ihre Geschicklichkeit. Regelmäßige Fingerspiele, Reigen oder Eurythmie ermöglichen den Kindern, diese Geschicklichkeit auch in die Bereiche des Sprechens und Denkens auszuweiten.
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Gleichgewichtsinn |
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Die ausbalancierte, ruhige Bewegung hilft den Kindern, äußerliche Motorik in innere Bewegung umzuwandeln. Dies ist eine wichtige Grundlage für das Lernen in der Schule. Wir üben Stelzenlaufen, Rollenlaufen und Balancieren auf unserem Klettergerüst.
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Geschmacksinn und Geruchsinn |
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Jeder Wochentag hat ein anderes Geschmackserlebnis, z.B. ist am Freitag „Müslitag“. Wir legen Wert auf vollwertige, nahrhafte Lebensmittel und auf das soziale Miteinander beim gemeinsamen Essen. In der Herbstzeit riecht es nach Getreide, in der Adventszeit nach Plätzchen und Tannengrün, im Garten sammeln wir selbstgepflanzte Kräuter für den Tee. Durch Schmecken und Riechen wird ein Fest für unsere Kinder erst so richtig erfahrbar.
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Sehsinn und Wärmesinn |
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Wir malen großformatig mit flüssigen Grundfarben auf Aquarellpapier. Durch dieses direkte, intensive Farberlebnis tauchen die Kinder wöchentlich in die Welt der Farben ein. Die Wände unserer Räume sind in Lasurtechnik gestaltet. Diese freilassende Struktur löst den massiven Eindruck der Wand etwas auf und ermöglicht den Kindern mehr „Spielraum“ im Farberlebnis. Die überwiegend warmen Farbtöne unterstützen ein Gefühl von Geborgenheit und Wärme. Dies ist, wie bei der Entfaltung allen Lebens, besonders wichtig für kleine Kinder.
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Hörsinn |
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Die pentatonische Grundstimmung vieler Lieder klingt freilassend und umhüllend. Dies regt das aktive Hören und Nachklingenlassen an. Wir singen täglich, besonders zu den Festeszeiten, die Vorschulkinder spielen regelmäßig auf einer Leier.
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Sprachsinn |
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Unsere Kultur baut auf Sprache auf. Und auch die persönliche Entwicklung jedes Kindes ist eng mit seinem sprachlichen Ausdrucksvermögen verbunden. Deswegen sind alle Märchen, Geschichten, Rollen-, Puppen-, Handgesten-, Fingerspiele, die Sprüche im Reigen oder in der Eurythmie besonders nach der sprachlichen Qualität ausgewählt. Nicht selten erzählen Kinder ganze Märchen wortgenau nach, oder erfinden selbst Puppenspiele mit ähnlichem sprachlichen Können.
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Gedankensinn |
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Alles im Kindergarten soll sinnvoll sein. Jede einzelne Arbeit, jedes Spiel und jede Tätigkeit braucht einen realen Bezug zum Leben. Der sogenannte Jahreszeitentisch besteht z.B. aus Naturgegenständen oder kleinen Szenen der aktuellen Jahreszeit. So werden die Kinder zum eigenen Nach-, oder Weiterdenken angeregt. Mit jeder Sinneserfahrung wird auch ein Gedankenfaden im Weltbild des Kindes verwoben.
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Persönlichkeitssinn |
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Jedes Kind trägt in sich einen großen Schatz an Fähigkeiten und besonderen Eigenschaften. Diesen Schatz anfänglich zu bergen, gilt unser ganzes Bemühen. Eine gute, persönliche Beziehung zwischen Kindern und Erzieherinnen, ist dafür die Grundlage. Elterngespräche und Hausbesuche unterstützen diesen Prozess. Aber auch Wahrnehmungen der Kinderpersönlichkeiten untereinander sind wichtig. So werden im Spiel und im Streit die sozialen Sinne ausgebildet.
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